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Niedersächsische Tierseuchenkasse

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Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) in Rinderbeständen

  1. Übertragung und Verschleppung
  2. Krankheitsverlauf und Diagnostik von MAP im Betrieb
  3. Wirtschaftliche Gründe zur Verminderung von MAP
    a.  Tierhalter
    b.  Milchwirtschaft
  4. MAP Bekämpfung in Deutschland
  5. Das niedersächsische MAP-Verminderungsprogramm
  6. Der betriebsspezifische Paratuberkulose Verminderungsplan
  7. Wie beantrage ich die Beihilfe?
  8. Erfahrungen in anderen Ländern
     
1. Übertragung und Verschleppung
Kalb  

Paratuberkulose ist eine chronische Erkrankung des Darmes beim Wiederkäuer und wird verursacht durch den Erreger Mycobacterium avium ssp paratuberculosis (MAP). Anfällig für den Erreger sind hauptsächlich Tiere im ersten Lebensjahr. Der Erreger wird durch infektiöse Tiere, das sind in der Regel Tiere mit einem Alter von über 24 Monaten, über Kot, Milch und Kolostrum ausgeschieden. Die Übertragung findet durch den direkten Kontakt von anfälligen Tieren mit Kot, Milch und Kolostrum von infektiösen Tieren oder indirekt durch eine kontaminierte Umwelt statt.

Der wichtigste Faktor bei der Verschleppung von MAP zwischen Betrieben ist der Ankauf von infizierten bzw. infektiösen Rindern, die klinisch noch nicht auffällig sind. Abhängig von der Effizienz der Hygienemaßnahmen auf einem Betrieb, wird sich der Erreger nach der Einschleppung auf einem Betrieb mehr oder weniger schnell verbreiten.
2. Krankheitsverlauf und Diagnostik von MAP im Betrieb
ELISADie Krankheit zeichnet sich durch eine lange Inkubationszeit aus, in der die infizierten Tiere mit den momentan zur Verfügung stehenden Untersuchungsverfahren lange nicht identifiziert werden können. Erst wenn die Infektion fortschreitet, bilden betroffene Tiere Antikörper, deren Nachweis mit Hilfe des ELISA erfolgt. Zudem fangen die Tiere an den Erreger regelmäßig auszuscheiden, der dann in der mikrobiologischen Kultur nachgewiesen werden kann. Ein Zusammenhang zwischen Antikörperspiegel und Ausscheidung  ist bekannt. Mit der Nutzung des ELISA-Verfahrens zum Nachweis von MAP werden vor allem die infizierten Tiere in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium gefunden. Dabei ist es ein praktikables und kostengünstiges Verfahren. 

Auch Rinder die durch Erreger- oder Antikörpernachweis diagnostiziert wurde, zeigen häufig noch keine auffälligen, klinischen Symptome. Mit der Zeit entwickelt sich die Krankheit bei einem Teil der Tiere weiter, wobei die diagnostische Sicherheit auch zunimmt. Klinisch äußert sich die Krankheit schließlich durch wiederkehrenden wässrigen Durchfall, verminderte Milchleistung, abmagern und letztendlich den Tod. Eine Behandlungsmöglichkeit für betroffene Tiere gibt es nicht.

Durch den langsamen und chronischen Verlauf der Krankheit in Kombination mit der fehlenden Frühdiagnostik ist es schwierig das Vorkommen auf Rinderbetrieben richtig einzuschätzen. Eine 10-jährige Studie auf 3 Milchviehbetrieben in den USA hat gezeigt, dass das MAP Vorkommen geschätzt nach Tieren mit positivem Antikörpernachweis bei 1,4 % bzw. bei nachgewiesenen Erregern im Kot bei 2,2% lag und damit massiv unter dem auf Grund von untersuchten Gewebeproben bei Schlachtung (17%) gefundenen Vorkommen ( Schukken et al., Vet Res (2015)46:65).

Umgangssprachlich wird dies auch der „ Eisbergeffekt“ genannt, die auffälligen Tiere repräsentieren nur die Spitze des Eisbergs, das Problem ist also eigentlich viel größer als es sich auf den ersten Blick zeigt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die zur Verfügung stehenden diagnostischen Mittel sich dazu eignen, einen Teil der infizierten Tiere, nämlich diejenigen, die sich in einem fortgeschrittenen Krankheitszustand befinden, zu identifizieren. Gerade diese Tiere spielen auch eine große Rolle bei der Übertragung der Krankheit.  Die Identifikation aller infizierten Tiere ist jedoch nicht möglich. Deswegen ist ein wichtiger Bestandteil eines Kontrollprogramms das Verhindern neuer Infektionen durch stringente Hygiene- und Managementmaßnahmen.

3. Wirtschaftliche Gründe zur Verminderung von MAP
  a. Tierhalter
 

MAP führt nicht nur zu tiergesundheitlichen Problemen sondern auch zu finanziellen Einbußen für die betroffenen Tierhalter. Dass Tiere mit deutlichen klinischen Symptomen, wie beständigem wässrigen Durchfall und Abmagern unwirtschaftlich sind, kann man sich gut vorstellen. Doch auch auf Betrieben mit MAP-positiven Kühen, die nur wenige oder gar keine klinischen Fälle haben, was oft vorkommt, kostet die Krankheit Geld. In vielen wissenschaftlichen Studien wurde aufgezeigt, dass die subklinische Paratuberkulose, also die Form, in der noch keine Krankheitssymptome auftreten,  zu einer Verminderung der Milchleistung (600 kg/Kuh/Laktation; nach Donat et al. 2014), zu einer erhöhten Remontierungsrate und zu einer schlechteren Futterverwertung führt. Bei gleichbleibender Futteraufnahme leiden die Kühe an Gewichtsverlust, produzieren weniger Milch und Milch mit niedrigerem Fett- und Eiweißgehalt. Doch wie hoch die Verluste, die Paratuberkulose auf Rinderbetrieben  verursacht, tatsächlich sind, hängt von vielen Faktoren ab. Natürlich spielt der Durchseuchungsgrad der Herde eine Rolle, die Verteilung der Tiere über die Kategorien „infiziert“, „infektiös“ und „krank“, das Management der Herde und ihre Größe. Da ein Teil der Einbußen durch die verringerte Milchleistung verursacht wird, spielt auch der aktuelle Milchpreis eine Rolle. Kostenschätzungen wurden in verschiedenen Ländern durchgeführt. Eine Studie aus den Niederlanden hat die Kosten durch MAP auf einem Betrieb (50 Milchkühe) mit durchschnittlich 770€ pro Jahr veranschlagt. Auf betroffenen Betrieben mit klinischer Paratuberkulose werden die Kosten auf 908 € pro erkranktem Tier geschätzt. Eine Studie aus den USA schätzt die Kosten im Durchschnitt auf ca. 20€ pro Kuh pro Jahr. Bei betroffenen Betrieben erhöhen sich die Kosten auf 90 € pro Kuh pro Jahr und im Falle von klinischer Paratuberkulose sogar bis zu 180 € pro Jahr.   

   
  b. Milchwirtschaft

Wie bereits beschrieben, kann MAP auch über die Milch ausgeschieden werden bzw. durch Verunreinigung in die Milch gelangen. Studien haben gezeigt, dass bei einer hohen Erregerzahl in der Milch eine vollständige Abtötung durch Pasteurisierung nicht garantiert werden kann. Eine Verminderung der Tiere in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium innerhalb der Herde, bringt eine niedrigere MAP Konzentration in der Milch mit sich, was wiederum die Effektivität der Pasteurisierung erhöht.

Seit langem wird über einen zoonotischen Charakter der Paratuberkulose diskutiert. Der Erreger, Mycobacterium avium ssp paratuberculosis, wurde bei Morbus–Crohn-Patienten wiederholt, durch verschiedene Forschergruppen nachgewiesen. Allerdings steht noch nicht eindeutig fest, ob er an der Entstehung der Erkrankung beim Menschen eine Rolle spielt.  Sollte dies der Fall sein  bzw. sollte ein aktuelles Ereignis dafür sorgen, dass diese Theorie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerät, könnte dies zu erheblichen Einbußen für die Milchwirtschaft führen. Das würde dann sowohl den Milchexport, der doch einen erheblichen Teil des Absatzmarktes in Deutschland darstellt, als auch den Binnenmarkt betreffen. Eine Studie aus den USA hat verschiedene Szenarien ausgewertet, wie eine Bestätigung der Verbindung zwischen MAP und Morbus Crohn, den Verbrauch von Milchprodukten beeinflussen würde (Groenendaal and Zagmutt, JDS 91:3245-3258). Nur, wenn die Milchwirtschaft glaubhaft versichern kann, dass Milch durch eine Behandlung kein Risiko für den Verbraucher darstellt, können die wirtschaftlichen Folgen für den Milchsektor eingeschränkt werden. Da die Verminderung der MAP-Ausscheider auf einem Betrieb zu einer Reduktion der Erreger in der Milch führt und damit die Effektivität der Pasteurisierung erhöht, ist dies ein wichtiger Schritt. Genau aus diesem Grund sind einige europäische Länder seit längerem aktiv, um das MAP-Vorkommen auf Rinderbetrieben zu reduzieren. Bei flächendeckender Teilnahme kann eine bessere Qualität der Milch gewährleistet werden.
4. MAP Bekämpfung in Deutschland

In Deutschland besteht eine Meldepflicht für MAP beim Rind für die Fälle, in denen ein Erregernachweis geführt wurde. Im Schnitt werden jedes Jahr 350 Fälle bekannt. Es gibt derzeit in Deutschland keine flächendeckende MAP-Bekämpfung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat Empfehlungen für hygienische Anforderungen an das Halten von Wiederkäuern formuliert. Hierbei gibt es einen speziellen Teil mit Maßnahmen zum Schutz gegen MAP in Rinderhaltungen. Die Empfehlungen haben als Ziel, auf die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen hinzuweisen und das Bewusstsein für die Risiken einer Verschleppung von Tierseuchen zu schärfen. Zudem helfen sie eine Vereinheitlichung der Maßnahmen der verschiedenen Bundesländer voran zu treiben. Auch hat das Friedrich-Loeffler-Institut einen Paratuberkulose-Ratgeber mit einer Checkliste herausgegeben, mit deren Hilfe der Tierhalter zusammen mit seinem Hoftierarzt den Hygienestatus seines Betriebs feststellen kann.     

   
5. Das niedersächsische MAP-Verminderungsprogramm (NMVP)

Das Land Niedersachsen und die Niedersächsische Tierseuchenkasse haben nach Anfragen des Landvolks und der Landesvereinigung der Milchwirtschaft ein neues MAP-Verminderungsprogramm erarbeitet. An der Ausarbeitung waren zudem noch Vertreter der Landwirtschaftskammer, der tierärztlichen Hochschule, der Masterrind, der Tierärztekammer, des LAVES und der Landkreise  beteiligt. Zudem wurde mit dem Friedrich-Loeffler-Institut ein Diagnostikverfahren abgestimmt, wobei die für die BHV1-Untersuchungen genommenen Proben für die MAP-Diagnostik genutzt werden können. Nach Inkrafttreten der neuen Beihilfesatzung am 1.7.2016 können motivierte Rinderhalter am MAP-Verminderungsprogramm teilnehmen und es werden unter bestimmten Voraussetzungen (siehe Anlage 3) umfassende Beihilfen für die Diagnostik, die Entfernung der infizierten Tiere und die Erstellung eines betriebsspezifischen Paratuberkulose-Verminderungsplans ausgezahlt. Um die am NMVP teilnehmenden Betriebe nicht massiv zu diskriminieren, basiert das Programm auf dem spezifischen Antikörpernachweis, und nicht auf dem Erregernachweis, damit die Meldepflicht außen vor bleibt. Das Landwirtschaftsministerium arbeitet derzeit an einer Verordnung, die eine Untersuchungs- sowie eine Beratungsverpflichtung beinhaltet und zudem das Verbringen MAP-positiver Rinder auf niedersächsische Zuchtbetriebe verbietet, mit dem Zweck das Bewusstsein für die MAP-Problematik auf niedersächsischen Rinderbetrieben zu erhöhen und die Verbreitung zwischen den Betrieben einzudämmen. Mit in Kraft treten dieser Verordnung wird im Laufe von 2017 gerechnet.

Um jetzt schon interessierten Tierhaltern eine erste unverbindliche Statuserhebung ihres Betriebes zu ermöglichen, haben der Vorstand und der Verwaltungsrat der Niedersächsischen Tierseuchenkasse den Beschluss gefasst, dass die Beihilfen für die Kosten für Probenahmen und Diagnostik für eine Erstuntersuchung, sowie die Erstberatung im Falle eines vorliegenden MAP-positiven Einzeltierergebnisses ohne eine Verpflichtungserklärung beantragt werden können. Primär sollte diese Einstiegsuntersuchung über BHV1-Sammelmilchen laufen, interessierte Rinderhalter können ihren Tierarzt oder Milchleistungsprüfer jedoch direkt beauftragen Einzeltierproben aller Zuchtrinder >24 Monate zu nehmen und diese im LAVES, der LUFA oder im Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen auf MAP-Antikörper untersuchen zu lassen. Bei einem positiven Befund wird ein anschließendes Beratungsgespräch empfohlen.   

Rinderhalter mit MAP-positiven Herden, die in das MAP-Verminderungsprogramm einsteigen möchten, müssen durch das Unterzeichnen einer Verpflichtungserklärung, die Teilnahme und die Umsetzung des Programms für die nächsten 5 Jahre bestätigen. Danach wird das MAP-Verminderungsprogramm wie in Abbildung 1 dargestellt, durchlaufen. In Beständen mit positiven Sammelmilchproben werden Einzeltierproben genommen, um positive Tiere zu identifizieren. Ergebnisse der Antikörperuntersuchungen sollen zukünftig in der HITier-Datenbank gespeichert werden. Bei Teilnahme am Programm müssen die MAP-positiven Tiere auch jetzt schon mit einer roten Ohrmarke markiert werden, damit für diese Tiere zusätzliche Hygienemaßnahmen entwickelt werden können. Die rote Ohrmarke kann das Veterinäramt über die Tierseuchenkasse beziehen. Zudem gelten auf teilnehmenden Betrieben ein Wiederbelegungsverbot und ein Entfernungsgebot für MAP-positive Tiere innerhalb von 18 Monaten nach dem Testergebnis. In betroffenen Beständen werden Tiere einzeln beprobt, bis zweimal hintereinander alle Tiere ein unverdächtiges Ergebnis aufgewiesen haben. Danach kehren Betriebe wieder zurück in die Sammelmilch-Untersuchung. Nach Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung kann der Rinderhalter Beihilfen für Folgeuntersuchungen und Beratungen sowie für Tierverluste beantragen. 

 

6. Der betriebsspezifische Paratuberkulose Verminderungsplan

KälberNeben der Identifizierung und Entfernung MAP-positiver Tiere ist ein zentraler Bestandteil des NPVP der betriebsspezifische MAP-Verminderungsplan. Positive Betriebe müssen in Zusammenarbeit mit ihrem Hoftierarzt eine Biosicherheitsanalyse durchführen. Dazu wird die aktuelle Situation auf dem Hof anhand des aktuellen Leitfadens für Biosicherheit in Rinderhaltungen der Tierärztekammer Niedersachsen beurteilt. Dies wird in einer Ist-Beschreibung zusammengefasst, bei der Stärken und Schwächen des Betriebs festgehalten werden. Unter anderem wird eine Checkliste eingesetzt, die die Biosicherheitsmaßnahmen durch Punkte gewichtet. Je niedriger die erreichte Punktzahl, desto besser. Dann gilt es konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu formulieren und diese mit einem Zeitplan zu versehen. Manche Maßnahmen bedürfen nur einer Umstellung der Arbeitsroutine und können deswegen zeitnah umgesetzt werden, während für andere vielleicht bauliche Veränderungen oder eine Umstrukturierung des Betriebs nötig sind und deswegen eine längerfristige Vorlaufzeit brauchen. Nach einem Jahr werden die Produktionszahlen, die Entwicklung der Paratuberkulose und die Umsetzung der Maßnahmen evaluiert und gegebenenfalls wird nachgebessert.                       
   
7. Wie beantrage ich die Beihilfe?

Eine Grundvoraussetzung für die Auszahlung einer Beihilfe ist die Erfüllung der Melde- und Beitragspflicht. Die Beihilfen werden über die kommunale Veterinärbehörde beantragt (Abb. 2). Beihilfen für tierärztliche Leistungen für die Probenahme der Erstuntersuchung/ Erstberatung als auch für die Wiederholungsuntersuchung/Evaluation können über den Antrag auf Gewährung einer Beihilfe für tierärztliche Leistungen bei der jeweiligen kommunalen Veterinärbehörde eingereicht werden (grünes Formular; beim Tierarzt erhältlich). Auf dem Antrag muss in der Spalte „Maßnahme“ beschrieben werden, um welche Maßnahme es sich handelt und ob es eine Erst- oder Wiederholungsmaßnahme betrifft. Bei einem Antrag auf Beihilfe für Beratung muss der ausgearbeitete MAP-Verminderungsplan dem Beihilfeantrag beigefügt werden. Ohne ausgefüllten MAP-Verminderungsplan kann die Beihilfe für die Beratung nicht gewährt werden. Werden Milchproben (Sammel- oder Einzelmilchproben) zur Untersuchung genutzt, muss diesen ein unterschriebener Untersuchungsantrag beigefügt werden, damit sie zur Untersuchung weitergeleitet werden.  

Bei Wiederholungsmaßnahmen muss der Rinderhalter eine Verpflichtungserklärung zur Teilnahme am MAP-Verminderungsprogramm unterschreiben. Die kommunale Veterinärbehörde muss das Vorliegen der Verpflichtungserklärung auf dem Beihilfeantrag für tierärztliche Leistungen bestätigen; dies müsste derzeit noch handschriftlich auf dem Formular Antrag auf Gewährung einer Beihilfe für tierärztliche Leistungen erfolgen, bis es eine neue Version gibt.

Die Beihilfe für Tierverluste wird über einen Leistungsantrag zusammen mit der Anlage Beihilfe MAP beantragt (Beide zum Download im Login Bereich der TSK-Homepage). Zudem muss eine Liste der MAP-Reagenten bzw. Erregerausscheider (Ausdruck aus HI-Tier oder eine selbsterstellte Reagenten-Liste mit Unterschrift und Dienstsiegel der kommunalen Veterinärbehörde und den dazugehörigen Laborbefunden) und eine Abrechnung der Schlachtstätte eingereicht werden. Der gemeine Wert des Rindes wird mit Hilfe der Wertermittlungsrichtlinie für Rinder ermittelt. Eine Beihilfe für Tierverluste wird nur gezahlt für Tiere, die aufgrund des positiven MAP-Befundes geschlachtet wurden. Tiere mit einem positiven MAP-Befund, die aufgrund von klinischer Paratuberkulose oder aus anderen gesundheitlichen Problemen eingeschläfert werden, sind nicht beihilfefähig. Für eine Gewährung der Beihilfe für Tierverluste muss eine Verpflichtungserklärung vorliegen.

 
8. Erfahrungen in anderen Ländern

In einigen Bundesländern gibt es freiwillige Paratuberkulose-Programme, bei denen die Verminderung der Prävalenz im Vordergrund steht (siehe Paratuberkulose.de).

In den Niederlanden läuft, nach einer anfänglichen Testphase mit 700 Betrieben, seit 2010 ein nahezu flächendeckendes Paratuberkuloseprogramm. Die Teilnahme gehört zu den Lieferbedingungen der Molkereien. Die Teilnahmekosten liegen bei den Tierhaltern. Anhand eines Antikörpernachweises in Milchproben der Milchleistungsprüfung werden in regelmäßigen Abständen die Herden auf Paratuberkulose untersucht. Herden ohne Reagenten erhalten Status A, Herden mit Reagenten Status C und nach Entfernung der Reagenten innerhalb von 6 Wochen Status B. Nur Herden mit Status A oder B dürfen Milch liefern. Hygienemaßnahmen werden empfohlen, sind jedoch nicht verpflichtend. Ergebnisse sind derzeit nur für die Betriebe der Testphase verfügbar. 58% der Betriebe starteten mit Status A und nach 6 Jahren erreichen 75% der Betriebe Status A. Die Anzahl der Status A Betriebe steigt über den Zeitraum stetig an. Die MAP-Prävalenz in den Herden ist über die Jahre gesunken.

In Dänemark läuft seit 2006 ein freiwilliges Kontrollprogramm. Viermal im Jahr werden Einzelmilchproben auf Antikörper untersucht und an Hand der Ergebnisse werden die Tiere in verschiedene Risikogruppen eingeteilt. Nach anderthalb Jahren Laufzeit nahmen 23% der Milchviehbetriebe teil. Für die verschiedenen Risikogruppen gibt es verschiedene Hygienemaßnahmen, je höher die Risikogruppe, um so strenger die Maßnahmen. Außerdem wird eine Biosicherheitsanalyse des Betriebs durchgeführt, um Risikobereiche zu identifizieren. Das Gespräch zwischen Hoftierarzt und Tierhalter spielt eine wichtige Rolle. Tierhalter werden darüber aufgeklärt, dass eine erfolgreiche Teilnahme mindestens 6-8 Jahre dauert.

 
 
 
Kontaktinformation

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