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Niedersächsische Tierseuchenkasse

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Richtlinie für die Ermittlung des gemeinen Wertes von Geflügel

RdErl. d. ML v. 11.4.2005 - 203-42101-42 - (Nds. MBl. S. 292)
- VORIS 78512 -

 
Die Ermittlung des gemeinen Wertes von Geflügel gemäß § 67 Abs. 1 des Tierseuchengesetzes (TierSG) hat nach folgenden Grundsätzen zu erfolgen.
In Anwendung des § 12 Abs. 1 AGTierSG ist die Zahl der in einem Bestand vorhandenen Tiere der betroffenen Tierart im Rahmen einer Bestandsbegehung von Amts wegen zu erfassen und entsprechend dieser Richtlinie zu kategorisieren.
Hierzu können Zukaufsbelege genutzt werden. Die darin angegebene Anzahl der eingestallten Tiere inklusive der Zugaben ist um die Verlustrate zu vermindern, um die Anzahl der zum Zeitpunkt der Tötung dort gehaltenen Tiere der betroffenen Tierart zu errechnen. Hierzu sind die betriebsinternen Aufzeichnungen (Stallkarten) heranzuziehen. Soweit diese nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in dieser Richtlinie festgelegten Verlustraten (siehe Tabellen 1 bis 5) heranzuziehen. Ungewöhnliche Verlustraten sind zu berücksichtigen. Weiterhin ist unbedingt das übliche Produktionsziel festzustellen und zu dokumentieren, im Fall von Masttieren die Anzahl der üblicherweise erfolgten Masttage und welche Endgewichte angestrebt wurden.
Als Grundbeträge sind öffentlich notierte Preise (Veröffentlichungen der Landwirtschaftskammern) zu nutzen, die zum Zeitpunkt der Tötung gelten, oder Integrations- und vertraglich vereinbarte Preise, die für einen Zeitraum von sechs Monaten vor dem Schadensfall zu belegen sind und aus denen bei unterschiedlichen Werten ein Durchschnittsbetrag als Grundbetrag zu bilden ist.
Direktvermarkter haben die erzielten Verkaufspreise der letzten sechs Monate durch Abrechnungen zu belegen.
 
1. Ermittlung des gemeinen Wertes von Mastgeflügel
  1.1 Hähnchen
    Bei Hähnchen ist grundsätzlich nach den Produktionszielen Lang-, Mittel-, und Kurzmast zu unterscheiden.
    Der gemeine Wert errechnet sich aus dem Wert des Kükens (EK), dem Wert des Endprodukts (EP), der Anzahl der bereits vergangenen Masttage (dn) und der Anzahl der für das vorliegende Produktionsziel typischen Masttage (dmax) nach folgender Formel:
    EK + ((EP - EK)/dmax) × dn = G.W.
    dmax beträgt üblicherweise für Langmast 52, für Mittelmast 42 und für Kurzmast 35 Tage.
    Erfolgt im Rahmen der Mittel- und Langmast durch so genanntes Vorgreifen oder durch Vorwegmast eine Ausstallung zu unterschiedlichen Zeiten bzw. Gewichtsklassen, so ist der Bestand entsprechend der in der Vergangenheit praktizierten Abläufe in Kurz-, Mittel- und Langmast aufzuteilen und der gemeine Wert jeder Gruppe gesondert zu berechnen. Um den Wert des Endprodukts (EP) bestimmen zu können, sind die Zielgewichte und die Mastdauer (dmax) durch Abrechnungen des letzten halben Jahres zu belegen. Bei Bedarf sind hieraus ein durchschnittliches Zielgewicht und eine durchschnittliche Mastdauer (dmax) zu errechnen.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in Tabelle 1 genannten Verlustraten zur Berechnung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen zu nutzen.
 
    Tabelle 1:
   
Mastperiode bis 2 Tage bis 6. Tag bis 24. Tag bis letzter
Masttag
Summierte
prozentuale
Verlustrate
1 v.H 2 v.H 3 v.H 5 v.H.
  1.2 Puten
    Bei Puten ist grundsätzlich nach den Produktionszielen Kükenaufzucht, Hennenmast, Hahnenmast zu unterscheiden.
    Der gemeine Wert errechnet sich aus dem Wert des Kükens oder des vorgezogenen Tieres (EK), dem Wert des Endproduktes (EP), der Anzahl der bereits vergangenen Masttage (dn) und der Anzahl der für das vorliegende Produktionsziel typischen Masttage (dmax) nach folgender Formel:
    EK + ((EP - EK)/dmax) × dn = G.W.
    Als Masttage (dmax) sind in der Regel für die Hennenmast 90 bis 120 Tage, für die Hahnenmast 130 bis 150 Tage und für die Putenkükenaufzucht 35 bis 42 Tage anzunehmen. Diese Angaben für die Hennen- und Hahnenmast beinhalten auch die Aufzuchttage. Werden Tiere aus Aufzuchtbetrieben eingestallt und endgemästet, so ist dmax um das Einstallalter in Tagen zu vermindern und für (EK) der Wert des vorgezogenen Tieres einzusetzen.
    Im Fall von Aufzuchtbetrieben bedeutet:
    (EK) = Wert des Eintagskükens
    EP = Wert des Tieres am Ende der Aufzucht (35 bis 42 Tage alt)
    dmax = übliche Aufzuchtdauer in Tagen
    dn = bereits vergangene Aufzuchttage bis zur Tötung.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in Tabelle 2 genannten Verlustraten zur Berechnung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen zu nutzen.
 
    Tabelle 2:
   
  Aufzuchtperiode Mastperiode
Abgelaufene Tage bis 7 bis 42 bis 120 bis 150
Summierte
Verlustraten Hennen
3 v.H 3,5 v.H 5 v.H  
Summierte
Verlustraten Hähne
3 v.H 3,5 v.H   10 v.H
    Gegebenenfalls kann die Verlustrate dem tatsächlichen Alter angepasst werden, in dem diese im Verhältnis zu den Werten in oben genannter Tabelle berechnet wird. Nachfolgende Formel kann dazu genutzt werden:
   
v. H.-Wert aus Tabelle × tatsächliches Alter
------------------------------------------------------------
Anzahl Tage aus Tabellenspalte
= v. H. tatsächliche Verlustrate
    Dabei müssen "v.H.-Wert aus Tabelle" und "Anzahl Tage aus Tabellenspalte" aus der gleichen Spalte der Tabelle stammen.
  1.3 Enten
    Bei Enten sind die Produkte Peking und Flug-(Barbarie-)ente zu unterscheiden und Letztere noch nach Geschlechtern (Erpel- und Entenmast) zu differenzieren.
    Der gemeine Wert errechnet sich aus dem Wert des Kükens (EK), dem Wert des fertigen Produkts (EP), der Anzahl der bereits vergangenen Masttage (dn) und der Anzahl der für das vorliegende Produktionsziel typischen Masttage (dmax) nach folgender Formel:
    EK + ((EP - EK)/dmax) × dn = G.W.
    Als Masttage (dmax) sind in der Regel für die Mast von Pekingenten 45 bis 49 Tage, für die Mast von weiblichen Flugenten 50 bis 71 Tage und für die Mast von männlichen Flugenten 80 bis 90 Tage anzunehmen.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in Tabelle 3 genannten Verlustraten zur Berechnung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen zu nutzen.
 
    Tabelle 3:
   
Mastdauer bis 20 Tage bis 49/55 Tage bis 90 Tage
Pekingente 1,5 v.H 3 v.H.  
Flugente männlich 2 v.H. 4 v.H. 8 v.H.
Flugente weiblich 2 v.H. 6 v.H.  
    Gegebenenfalls kann die Verlustrate dem tatsächlichen Alter angepasst werden, in dem diese im Verhältnis zu den Werten in oben genannter Tabelle berechnet wird. Nachfolgende Formel kann dazu genutzt werden:
   
v. H.-Wert aus Tabelle × tatsächliches Alter
------------------------------------------------------------
Anzahl Tage aus Tabellenspalte
= v. H. tatsächliche Verlustrate
    Dabei müssen „v. H.-Wert aus Tabelle" und „Anzahl Tage aus Tabellenspalte" aus der gleichen Spalte der Tabelle stammen.
  1.4 Gänse
    Bei Gänsen ist grundsätzlich nach den Produktionszielen Kurz-, Mittel- und Weidemast zu unterscheiden.
    Diese dauert in der Regel bei der Kurzmast 9 Wochen, bei der Mittelmast 16 Wochen und bei der Weidemast 22 bis 28 Wochen.
    Der gemeine Wert errechnet sich aus dem Wert des Kükens oder des vorgezogenen Tieres (EK), dem Wert des fertigen Produkts (EP), der Anzahl der bereits vergangenen Mastdauer in Tagen (dn) und der Anzahl der für das vorliegende Produktionsziel typischen Mastdauer in Tagen (dmax) nach folgender Formel:
    EK + ((EP - EK)/dmax) × dn = G.W.
    Diese Angaben für die verschiedenen Mastverfahren beinhalten auch die Aufzuchttage. Werden Tiere aus Aufzuchtbetrieben eingestallt und endgemästet, so ist dmax um das Einstallalter in Tagen zu vermindern und für (EK) der Wert des vorgezogenen Tieres einzusetzen.
    Im Fall von Aufzuchtbetrieben bedeutet:
    (EK) = Wert des Eintagskükens
    EP = Wert des Tieres am Ende der Aufzucht (ca. 4. Wochen alt)
    dmax = übliche Aufzuchtdauer in Tagen
    dn = bereits vergangene Aufzuchttage bis zur Tötung.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in Tabelle 4 genannten Verlustraten zur Berechnung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen zu nutzen.
 
    Tabelle 4:
   
Mastdauer bis 10 Wochen bis 16 Wochen bis 22 Wochen bis 28 Wochen
Weidemast 2 v.H. 3 v.H. 3,5 v.H 4 v.H.
Mittelmast 2 v.H. 3 v.H.    
Kurzmast 2 v.H.      
    Gegebenenfalls kann die Verlustrate dem tatsächlichen Alter angepasst werden, in dem diese im Verhältnis zu den Werten in oben genannter Tabelle berechnet wird. Nachfolgende Formel kann dazu genutzt werden:
   
v. H.-Wert aus Tabelle × tatsächliches Alter
------------------------------------------------------------
Anzahl Tage aus Tabellenspalte
= v. H. tatsächliche Verlustrate
    Dabei müssen "v.H.-Wert aus Tabelle" und "Anzahl Tage aus Tabellenspalte" aus der gleichen Spalte der Tabelle stammen.
  1.5 Spezialgeflügel
    1.5.1 Fasane, Rebhühner, Perlhühner
      Bei diesen Geflügelarten sind die in den Nummern 1.1 bis 1.4 festgelegten Schätzprinzipien entsprechend anzuwenden.
      Auch hier ist nach den Produktionszielen zu differenzieren.
      Perlhühner erreichen nach zehn Wochen Intensivhaltung ein Gewicht von 1.600 g.
      Bei weniger intensiver Haltung wird dieses Gewicht erst nach 14 Wochen erreicht.
      Seltener erfolgt auch eine Kükenintensivmast, in der nach sechs Wochen ein Endgewicht von 600 g erreicht wird.
    1.5.2 Wachteln
      Wachteln werden sowohl als Mast- als auch als Legetiere genutzt.
      Mit 150 g bis 250 g Schlachtgewicht kommen sie bratfertig auf den Markt.
      Daneben gibt es auch "Jumbo"-Wachteln, die bis zu 500 g schwer werden.
      Bei Wachteln errechnet sich der gemeine Wert aus den amtlichen Preisnotierungen.
 
2. Ermittlung des gemeinen Wertes von Küken in Brütereien
  Der Gemeine Wert von Küken ergibt sich aus dem Durchschnittspreis der Verkaufsbelege der Brüterei des letzten halben Jahres vor der Tötungsanordnung.
  Da die Rechnungspreise die durchgeführten Schutzimpfungen enthalten, ist festzustellen, ob die zu tötenden Küken bereits geimpft sind. Sollte das nicht der Fall sein, ist der oben genannte Durchschnittspreis um den Wert der Impfung zu vermindern.
  Die Anzahl der vorhandenen Küken ist aus betriebseigenen Aufzeichnungen zu entnehmen.
  Bei Legehennen haben nur die weiblichen Küken einen Wert, da in den üblichen Preisen der Wert der männlichen Küken bereits eingerechnet ist. Insofern wird nur 50 v.H. der vorhandenen Küken ein gemeiner Wert zugestanden.
 
3. Ermittlung des gemeinen Wertes von Legehennen
  3.1 Junghennen
    Der gemeine Wert von Junghennen errechnet sich aus dem Wert des Eintagskükens (EK), dem Wert der verkaufsfertigen Junghenne (JH) und der Anzahl der vergangenen Aufzuchttage bis zu Tötung (dn).
    Die übliche Aufzuchtlänge (dmax) ist den Betriebsunterlagen zu entnehmen.
    EK + ((JH - EK)/dmax) × dn = G.W.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, ist zur Festlegung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen von einer Verlustrate von 2,5 v.H. bis zum 119. Lebenstag auszugehen.
  3.2 Hennen
    Der gemeine Wert von Hennen errechnet sich aus dem Wert der Junghennen bei Einstallung (JH), dem Maximalwert der Hennen bei einem Alter von 161 Lebenstagen und dem Wertverlust vom 161. Lebenstag bis zum Ende der Nutzungsdauer.
    Die Berechnung erfolgt mittels zwei verschiedener Formeln.
    Die erste Formel beschreibt den Wertzuwachs von der Einstallung der Junghenne bis zum Maximalwert am 161. Lebenstag, die zweite den Wertverlust ab dem 162. Lebenstag bis zum Ende der Nutzungsdauer.
    Zur Ermittlung des Gemeinen Wertes ist nur eine Formel entsprechend des Alters der Hennen anzuwenden.
    JH = Wert der eingestallten Junghenne
    dn = Alter in Tagen zum Zeitpunkt der Tötung
    d1 = Alter in Tagen zum Zeitpunkt der Einstallung.
    Für bis zu 161 Tage alte Legehennen:
    JH + 0,0047 × (JH × dn - JH × d1) = G.W.
    Für über 161 Tage alte Legehennen:
    JH × (2,1826 - 0,0045 × d1 - 0,0029 × dn) = G.W.
    Die Untergrenze des Gemeinen Wertes der Legehennen bildet der aus der aktuellen Marknotierung errechnete Schlachtwert. Hierzu ist das durchschnittliche Lebendgewicht der Hennen zu ermitteln und mit der Schlachthennennotierung für diese Gewichtsklasse zu multiplizieren.
    Die Ermittlung des Gemeinen Wertes von Legehennen, die nach einer Legepause wieder in die Eierproduktion gehen, erfolgt in Absprache mit der Niedersächsischen Tierseuchenkasse.
    Soweit Stallkarten nicht oder nicht vollständig vorhanden oder aus anderen Gründen nicht aussagekräftig sind, sind die in Tabelle 5 genannten Verlustraten zur Berechnung der Anzahl der vorhandenen Tiere aus den Einstallungsunterlagen zu nutzen.
 
    Tabelle 5: (anzuwenden ab 120. Lebenstag)
   
Haltungsform/Alter: bis 161. Tag bis letzter Nutzungstag
Käfig 3 v.H. 8 v.H.
Boden 3 v.H. 10 v.H.
Freiland 3 v.H. 15 v.H.
Bio 3 v.H. 15 v.H.
    Da die Nutzungsdauer je nach Haltungs- und Betriebsform sehr unterschiedlich ist, sind als gesamte Nutzungsdauer für die nachfolgende Berechnung der tatsächlichen Verlustrate betriebsspezifische Werte aus der Vergangenheit zu nutzen.
    Gegebenenfalls kann die Verlustrate dem tatsächlichen Alter angepasst werden, in dem diese im Verhältnis zu den Werten in oben genannter Tabelle berechnet wird. Nachfolgende Formel kann dazu genutzt werden:
   
v. H.-Wert aus Tabelle × tatsächliches Alter
------------------------------------------------------------
Anzahl Tage aus Tabellenspalte
= v. H. tatsächliche Verlustrate
    Dabei müssen "v.H.-Wert aus Tabelle" und "Anzahl Tage aus Tabellenspalte" aus der gleichen Spalte der Tabelle stammen.
 
4. Ermittlung des gemeinen Wertes von Elterntieren
  4.1 Legehennen
    Der gemeine Wert von Hühnerelterntieren errechnet sich aus dem Wert des Eintagskükens (EK), dem Maximalwert der Tiere bei einem Alter von 161 Lebenstagen und dem Werteverlust vom 161. Lebenstag bis zum Ende der Nutzungsdauer.
    Die Berechnung erfolgt mittels zwei verschiedener Formeln. Die erste Formel beschreibt den Wertzuwachs von der Einstallung der Küken bis zum Maximalwert am 161. Lebenstag, die zweite den Wertverlust ab dem 162. Lebenstag bis zum Ende der Nutzungsdauer.
    (EK) = Wert der eingestallten Küken
    dn = Alter in Tagen zum Zeitpunkt der Tötung.
    Zur Ermittlung des Gemeinen Wertes ist nur eine Formel entsprechend des Alters der Hennen anzuwenden.
    Für bis zu 161 Tage alte Legehennen-Elterntiere:
    EK + 0,004 × EK × dn = G.W.
    Für über 161 Tage alte Legehennen-Elterntiere:
    1,65 × EK - (0,0057 × EK × (dn - 161)) = G.W.
  4.2 Sonstige
    Die Berechnung des gemeinen Wertes von Hähnchen-, Puten-, Gänse- und Entenelterntieren erfolgt unter Berücksichtigung der üblichen Nutzungsdauer, des Anfangswertes bei Nutzungsbeginn und des Wertes bei Nutzungsende in Absprache mit der Niedersächsischen Tierseuchenkasse.
 
5. Rasse- und Ziergeflügel
  Vom Wirtschaftsgeflügel unterscheidet sich das Rasse-/Ziergeflügel durch die Beringung.
Es ist zwischen Rasse- und Ziergeflügel zu unterscheiden.
  Zum Ziergeflügel gehören Hühner-, Enten- und Taubenvögel, die eigentlich Wildgeflügelarten sind, aber in der Obhut des Menschen gehalten werden (Fasane, Pfauen, Schwäne).
Zum Rassegeflügel zählen solche Rassen, die im Rasseverzeichnis des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) aufgenommen worden sind. Die Merkmale der einzelnen Rassen sind im Rassegeflügel- und Taubenstandard des BDRG festgelegt.
  Nachfolgende Werte können grundsätzlich nur für beringtes Rassegeflügel zur Anwendung kommen:
 
Art Grundwert Eintagsküken Aufschlag je Lebenswoche Alter über sechs Monate
Truthühner 5,00 EUR 1,34 EUR bis 40,00 EUR
Perlhühner 3,00 EUR 1,00 EUR bis 30,00 EUR
Rassegänse 5,00 EUR 1,30 EUR bis 40,00 EUR
Rasseenten groß 4,00 EUR 1,00 EUR bis 30,00 EUR
Rasseenten klein 3,00 EUR 0,84 EUR bis 25,00 EUR
Hühner, groß 2,50 EUR 1,05 EUR bis 30,00 EUR
Zwerghühner 2,00 EUR 0,88 EUR bis 25,00 EUR
Rasse tauben 3,00 EUR 0,84 EUR bis 25,00 EUR
Schwere Rassetauben 4,00 EUR 1,00 EUR bis 30,00 EUR
  Der Zuchtstand (Ausstellungserfolge) hat einen direkten Einfluss auf den Wert der Tiere. Der Züchter hat hierüber Nachweise (Bewertungskarte, Ringnummer) vorzulegen.
  Die genannten Werte können nur Tiere erreichen, die mit mindestens 3 × sg (sehr gut) beurteilt wurden.
  Für Tiere eines Mitglieds im Zuchtbuch erhöhen sich die oben genannten Werte um 20 v.H. Die Mitgliedschaft ist durch eine Bescheinigung des Landesverbandes nachzuweisen.
  Nur Tiere, die mit mindestens 1 × v (vorzüglich) oder 2 × hv (hervorragend) beurteilt wurden, können den Maximalwert nach dem TierSG erreichen.
  Bei Ziergeflügel sind vom Züchter die aktuellen Marktpreise zu ermitteln, die vom Landesverband bestätigt werden müssen.
  Tiere mit allen anderen Einstufungen (u, b und g) oder ohne Beringung sind wie Wirtschaftsgeflügel zu bewerten. Dies gilt nicht für Nachzuchttiere, die aus Altersgründen noch nicht beringt wurden.
  Unberingte Tauben und Tauben, die keiner speziellen Fleisch- oder Masttaubenrasse angehören (z.B. Hubbel; Nutzking) können einen Gemeinen Wert von bis zu 3,00 EUR erreichen.
 
6. Grundsätzliche Hinweise
  6.1 Bei der Festsetzung der Entschädigung werden Steuern nicht berücksichtigt (§ 67 Abs. 4 TierSG). Deshalb darf kein in die Berechnung einfließender Betrag Steuern enthalten.
  6.2 Rechnungspositionen wie Werbemaßnahmen, Provisionen, Beratung, Betreuung und Transport gehören nicht zum gemeinen Wert.
  6.3 Der Höchstwert der Entschädigung beträgt nach § 67 Abs. 2 TierSG 51,00 EUR je Tier.
  6.4 Eventuell erzielte Erlöse sind von den ermittelten Werten abzuziehen (§ 67 Abs. 4 TierSG).
  6.5 Werden Marktentlastungsmaßnahmen in der betroffenen Region durchgeführt, sind anstelle der Marktnotierungen oder anderer Preise die jeweils für das Gebiet festgelegten Beihilfesätze zu berücksichtigen.
  6.6 Über das Ergebnis der Ermittlung des gemeinen Wertes von Geflügel ist je Bestand eine Niederschrift anzufertigen. Die Niederschrift ist von der zuständigen beamteten Tierärztin oder dem zuständigen beamteten Tierarzt, von der oder dem Verfügungsberechtigten oder der Besitzerin oder dem Besitzer sowie ggf. von der zugezogenen amtlichen Schätzerin oder dem zugezogenen amtlichen Schätzer abzuzeichnen.
  6.7 Der Niederschrift sind die Ergebnisse der Ermittlung der Tierzahlen und Nachweise über eventuell erzielte Verkaufserlöse beizufügen sowie ggf. Ergebnisse einer Wägung.
  6.8 Integrationspreise und ähnliche interne Preisabsprachen sind zu belegen. Die Belege sind der Schätzung beizufügen.
  6.9 Wird in Sonderfällen von den Nummern 1. bis 5. beschriebenen Wertermittlungsvorgaben abgewichen, darf dies nur in Absprache mit der Niedersächsischen Tierseuchenkasse erfolgen.
  6.10 Der Tag der Tötung/Ausstallung wird bei der Ermittlung der Masttage nicht berücksichtigt, aber der Tag der Einstallung.